Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Schnix
Frischfleisch
Frischfleisch
Beiträge: 18
Registriert: 15.09.2014, 18:38
Wohnort: Ruhrgebiet

Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Schnix » 15.09.2014, 19:13

Hallo zusammen,

Ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und Ihr mir vielleicht ein wenig mit Informationen füttern könnt...

Ich habe mir vor ein kleines Boot für Binnengewässer zu gönnen. Es soll eine Jolle werden (slipbar, nicht zu teuer, pflegeleicht etc.). Bei meiner Suche bin ich auf die Ixylon gestossen. Opitisch schon mal genau das was ich suche.

Als ich bei Wikipedia etwas mehr über diesen Bootstypen erfahren wollte bin ich auf folgenden Satz gestossen:
"Die Ixylon ist zwar leicht zu fahren, aber nicht gutmütig. Sie ist ein relativ schnelles Boot, welches auf Kleinigkeiten stark reagiert. Bei Regatten ist recht großes seglerisches Können erforderlich, um erfolgreich zu sein. Die Ixylon ist nicht für Anfänger geeignet."
Was ist die Schwierigkeit bei der Ixylon? Oder übertreibt Wikipedia da ein bisschen? Ich bin die letzten paar Jahre nur Dickschiff auf dem Meer gesegelt, möchte aber jetzt auch noch die Möglichkeit haben abends nach Feierabend noch mal 2 Stündchen aufs Wasser zu können. Mit dem Schwertzugvogel komme ich sehr gut zurecht. Gibt es grosse Unterschiede (beim Segeln) zwischen Zugvogel und Ixylon, abgesehen von Trapez und Spi?

Gibt es Ixylon spezifische Schwachstellen auf die man beim Kauf besonders achten sollte?

Mmmh, mehr Fragen fallen mir momentan nicht ein. Waren ja noch nicht mal annähernt 1000 ...

Ich hoffe, Ihr könnt mir den ein oder anderen TIpp geben und mir die Ixylon schmackhaft machen.

Besten Dank schonmal,
Steffen

gustav
Frischfleisch
Frischfleisch
Beiträge: 27
Registriert: 04.05.2011, 17:27
Wohnort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon gustav » 18.09.2014, 16:03

Hallo Steffen,

zuerst mal herzlich willkommen hier im Forum. Ich selbst segle Ixylon und betreue teilweise unsere Ixylon im Verein. Ich würde sagen eine Ixylon ist ziemlich einfach und gutmütig. Klar ist sie eine Jolle und demnach nicht mit einem Dickschiff zu vergleichen. Aber z.B. ein 420er reagiert sehr viel direkter und temperamentvoller.
Den Schwertzugvogel kenne ich nicht - nach lesen des Wikipediaartikels denke ich aber, dass es keine riesigen Unterschiede gibt außer den 2 Schwertern anstelle von einem.

Die Schwachstelle der Ixylon ist der Vorpiekboden. Der rottet gerne mal durch. Da solltest du beim Kauf drauf achten. Wenn der durch ist ist das Boot nicht hin, aber es ist etwas an Arbeit zu tun. Ansonsten ist es halt ein Plasteboot. Da sollte man sich die üblichen Sachen ansehen.

Vielleicht findet sich ja jemand in deiner Nähe bei dem du mal mitsegeln kannst? Ich denke dann wird am ehesten klar ob dir die Ixylon gefällt oder nicht.

Ich hoffe deine Fragen beantwortet zu haben - bei weiteren Fragen fragen :D

Grüße,
Gustav

Schnix
Frischfleisch
Frischfleisch
Beiträge: 18
Registriert: 15.09.2014, 18:38
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Schnix » 19.09.2014, 11:38

Hallo Gustav,

Danke für Deine Antwort.
Wenn ich mir die Laser, Optis etc. auf dem See anschaue, dann wirken die doch wesentlich instabiler, als die Ixylons, die ich bei Youtube gesehen habe. Ich gehe davon aus, dass die ähnlich stabil laufen wie ein Schwertzugvogel - vielleicht etwas unruhiger, da so ein Schwert von Zugvogel einige Kilos mehr hat, als die der Ixylon und somit der Schwerpunkt etwas weiter nach oben wandert bei der Ixy. Aber ich denke, dass das keinen großen Unterschied macht - muß man eben den Hintern etwas früher auf die Kante, bzw. darüber hinaus bewegen.

Ja, der Boden.. habe gestern noch ein Video gesehen, wie jemand den wechselt - scheiß Arbeit, aber es war eben auch sehr deutlich zu erkennen, dass unter dem Boden nur noch Kunststoff vorhanden ist, sodass der Boden keine Funktion bezüglich der Schwimmfähigkeit des Bootes hat - vielleicht aber für die Verwindungssteifigkeit.

Nachdem ich doch noch viel durch Netz gesegelt bin, bin ich mir zu 98 % sicher, dass es eine Ixylon wird.

Beste Grüße und ein schönes Wochenende!!!

Schnix
Frischfleisch
Frischfleisch
Beiträge: 18
Registriert: 15.09.2014, 18:38
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Schnix » 29.04.2015, 21:09

TRAVELLER-FRAGE

Hallo zusammen,
Mein letzter Eintrag ist schon einige Zeit her, aber ich war nicht untätig in der Zeit.
Mittlerweile bin ich stolzer Besitzer einer gebrauchten Ixylon.
Wie Ihr es sicherlich auch kennt, muß bei einem gebrauchten Boot erstmal ein bisschen optimiert und instand gebracht werden.

Heute habe ich mir mal den Traveller etwas genauer angesehen. Es handelt sich um eine Travellerschiene mit Schlitten, welche am Rumpfboden montiert ist. Das Boot ist von 1987.
Ich versuche mal das Traveller-System zu beschreiben und dann auch direkt meine Frage zu formulieren:
Zwischen Travellerschiene und Bootsheck habe ich auf dem Boden des Cockpits jeweils links und rechts eine Curryklemme mit Metallöse. An der Metallölse ist die Travellerschot angeschlagen, sie führt von da aus an den Travellerschlitten. Dort wird sie mittels einer kleinen Rolle umgelenkt und geht direkt wieder auf die Curryklemme. Wenn man der Pinne steht und der Traveller mittschiffs ist, dann bilden die beiden Schoten (back- und steuerbord) quasi ein Dreieck. Ich hoffe, Ihr könnt meiner Beschreibung folgen - ein Foto wäre sicherlich hilfreich :?
Mit dieser Konstellation kann man den Traveller zwar etwas verfahren aber nicht besonders gut. Normalerweise (so kenne ich es von anderen Jollen) befinden sich an den Enden der Travellerschienen Umlenkrollen, sodass die Schoten erstmal parallel zur Schiene läuft und dann auf die Klemme geführt wird.
Ist dies original auch so vorgesehen gewesen?
Die Vorbesitzerin hat den Traveller nie benutzt und konnte mir keine Aussage dazu machen.
Kann ich einfach kleine Blöcke an die Enden der Schienen setzen oder kann da was ausreißen?
Wäre toll, wenn Ihr mir berichten könntet, wie es bei Euch gelöst ist (PS: Möchte die Schiene am Boden liegen lassen :wink: )

Hier noch eine kleine Zusatzfrage:
Treiben sich hier im Forum Leute rum die eine Ixylon in der Nähe des Ruhrpott liegen haben?
Ich glaube, ich habe die erste am Baldeneysee - wäre cool, wenn es ein paar mehr werden würden.

Besten Gruß,
Steffen

Schnix
Frischfleisch
Frischfleisch
Beiträge: 18
Registriert: 15.09.2014, 18:38
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Schnix » 29.04.2015, 21:54

Ich bin noch ein bisschen im Forum rumspaziert und habe folgenden Link gefunden, den Martin_4343 gepostet hat:
http://www.geboote24.de/index.php/links ... =&start=22

Das hat schon gut weiter geholfen. Die Curryklemme bei meinem Boot für den Traveller verwendet wird ist anscheinend für das Spi-Fall. Die Travellerschot wird wohl oben auf dem Seitendeck (in der Nähe der Genua-Schiene) befestigt. Ist meiner Meinung nach etwas ungünstig positioniert. Ich denke, dass werden auch einige hier genauso sehen, deswegen bin ich immer noch daran interessiert, welche cleveren Lösungen Ihr habt.

Gruß,
Steffen

Sven
Azubi
Azubi
Beiträge: 87
Registriert: 14.08.2011, 15:54
Wohnort: Rügen

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Sven » 30.04.2015, 09:36

Hallo Steffen,
zum Thema gab es hier schon einen Ideenaustausch, an dem auch ich beteiligt war - daher verstehe ich Deine Nöte.
Meine definitive Lösung ist ein Großschotdreieck. Es hat sich bewährt und ist preiswerter als eine hochgesetzte Travellerschiene. Die Schiene unten auf dem Boden bringt keine wesentlichen Effekte.
Schaue im Zweifel in die Posts "Bj. 1975 welche Genuaschienen" und "Hochgesetzte Travellerschiene", vllt. hilft das schon. Ansonsten erkläre ich gerne meine Konstruktion etwas detaillierter.
Viele Grüße,
Sven.

ferrugo
Azubi
Azubi
Beiträge: 77
Registriert: 11.04.2015, 01:23
Wohnort: Berlin

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon ferrugo » 30.04.2015, 12:59

Wir suchen auch gerade nach einer Lösung für unseren Traveller. Weil wir oft zu viert im Boot unterwegs sind, ist es wichtig, dass man leicht von vorn nach hinten durchgehen kann. Darum passt das Großschotdreieck für uns nicht.

Um das Problem mit möglichst wenig Aufwand und viel Flexibilität zu lösen, werden wir wohl schwenkbare Rollen mit Klemme verbauen (am liebsten HK 291, aber es gibt noch andere). Eine kommt nach links, eine nach rechts und fertig. Weil alles schwenkbar ist, kann man den Traveller von vorn, von hinten und von oben bedienen. Ob der Block in der Schiene verschraubt wird, oder ob das durchgebolzt wird, ist noch nicht ganz klar.

Auch wenn der Traveller auf der Bodenschiene nicht sehr viel bringt, habe ich – wahrscheinlich sogar hier im Forum – gelesen, dass es einem zumindest hilft, bei Starkwind nach Hause zu kommen. Das ist ja neben der Freude am Spielen auch was wert.

Gruß

Martin

Edit vom 03.03. 2016: Die HK 291 sind viel zu groß und produziert werden sie auch nicht mehr. Stattdessen habe ich mich für die RF20175 von Ronstan entschieden.
Zuletzt geändert von ferrugo am 03.03.2016, 19:40, insgesamt 2-mal geändert.

Schnix
Frischfleisch
Frischfleisch
Beiträge: 18
Registriert: 15.09.2014, 18:38
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Schnix » 01.05.2015, 10:11

Danke für die Antworten.
Ich glaube, dass ich erst einmal den Traveller, wie es original vorgesehen war, fahren werde. Nicht weil es "so toll" funktioniert, sondern, weil ich noch viele Dinge vorher erledigen muss bevor ich das Boot erstmal zu Wasser lassen kann...

- Schwerter überarbeiten (gespartelt ist schon, jetzt noch ein bisschen Lack drauf und die können wieder installiert werden)
- Die Saling ist an Steuerbord sehr locker. Mal sehen, ob das was neues kommt, oder ob ich da noch was selber stricken kann
- Einbau einer neuen Klappe im Heck (Welches Sägeblatt nehme ich am besten für die Stichsäge - Holz, Metall oder gibt es spezielle GFK-Sägeblätter?)
- Der Slipwagen braucht noch etwas Liebe
- ein paar Decksdurchführungen (z.B. an der Rollgenua) erneuern
- etc.

Es gibt also noch einiges zutun...


@Sven: Ich habe mir die Dreieckskonstruktion mal angesehen. Scheint sehr gut zu funktionieren, aber so ganz klar ist mir die Konstruktion noch nicht bis ins letzte Detail. Aber das hat ja wie gesagt noch etwas Zeit. Werde das vielleicht in der nächsten Winterphase mal angehen. Ich würde dann noch mal auf Dich zukommen, falls das OK für Dich ist.

Sven
Azubi
Azubi
Beiträge: 87
Registriert: 14.08.2011, 15:54
Wohnort: Rügen

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Sven » 01.05.2015, 16:24

Hallo Steffen,
ich wünsche Dir viel Glück beim Bauen. Zum Sägen gibt es in der Tat spezielle Sägeblätter, frage den Experten Deines Vertrauens im örtlichen Baumarkt.
Übrigens suche ich noch eine längliche Decksdurchführung für die Rollgenua. Hintergrund: Wenn ich die Mastneigung ändere, schleift anschließend der Metallbolzen der Rollfockanlage, an dem oben das Vorstag befestigt ist, an der kreisrunden Decksdurchführung. Das behindert das Einrollen ungemein. Wenn Du oder wer auch immer einen schönen Tipp hat, ich bin dankbar dafür.
Wenn es dann soweit ist mit der Bauerei am Traveller, melde Dich einfach. Zwischendurch wünsche ich Dir immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel (dem Käpt'n von oben mit seiner vierköpfigen Stammbesatzung natürlich auch), Sven.

Schnix
Frischfleisch
Frischfleisch
Beiträge: 18
Registriert: 15.09.2014, 18:38
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Schnix » 19.05.2015, 20:22

Hallo Sven,
Sorry für die späte Antwort, aber dafür habe ich Dir was schönes gemalt... (ich hoffe, dass es auch angezeigt wird).

Mir ist folgendes eingefallen:
In Dein Deck mußt Du ein Langloch einbringen, damit kannst Du die Mastneigung ausreichend verstellen, ohne dass die Rollfock an der Decksdurchführung scheuert. Blöd ist dabei natürlich, dass Du ein relativ großes Loch im Deck hast und somit vermehrt Wasser eindringen kann.
Deshalb solltest Du ein Profil (ähnlich einer Genuaschiene) mit einem Langloch versehen und es auf´s Deck schrauben. Auf das Profil setzt Du einen passenden Schlitten mit nur einem kleinen Loch, der für die Rollfockanlage ausreichend ist. Den kannst Du entsprechend Deiner Mastneigung verstellen.
Falls Du die Lösung umsetzen solltest, dann denke bitte daran, dass Du das Langloch im Deck mit großen Radien versiehst, damit keine großen lokalen Spannungen im GFK entstehen und somit der Rissbildung entgegengewirkt wird.

Vielleicht kennst Du ja jemanden, der in einem metallverarbeitenden Betrieb arbeitet oder in einer Berufsschule. Die Fertigung wäre eine gute Übung für angehende Fräser :-) Kiste Cola und ein Kilo Haribo sollte als Entlohnung ausreichen...

Es gibt einen Kunststoff, der sich gut spanend bearbeiten lässt auf einer Fräse. Leider weiß ich nicht wie er heißt, aber das kann Dir sicherlich jemand anderes sagen. Bezüglich UV-beständigkeit solltest Du Dich auch schlau machen. Da das Material keine Kräfte aufnimmt im Einsatz auf dem Boot, darf es auch ruhig etwas brüchiger sein (von der Materialeigenschaft her). Nur beim Festschrauben nicht zuviel Kraft aufwenden.

Unbenannt.jpg


Ich habe das Vordeck nicht vermessen und weiß deshalb nicht, ob Du Platz-Probleme mit dem Vorstag bekommen wirst.

Apropo Vorstag:
Beim Mastlegen bleibt mein Vorstag immer hängen irgendwo unten an der Rollfockeinrichtung oder an der kleinen Umlenkrolle. Das Vorstag bleibt mit der Verbindung zwischen "Drahtstag" und "Taustag" hängen. Das nervt ziemlich. Lösung: neues kaufen? Bei Ixylon.de habe ich kein Vorstag finden können - werden aber sicherlich eins haben. Hat jemand die gleiche Erfahrung gemacht, oder kann mir sagen, ob ein neues Vorstag das gleiche Problem mit sich bringt.
Da das Vorstag ja keine große Belastung hat, sondern nur den Mast hält, wenn kein Vorsegel gesetzt ist, könnte ich ja auch komplett auf Tauwerk setzen. Hat jemand damit Erfahrung gemacht?
Freue mich auf Euere Anregungen.

ferrugo
Azubi
Azubi
Beiträge: 77
Registriert: 11.04.2015, 01:23
Wohnort: Berlin

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon ferrugo » 19.05.2015, 21:55

Hallo Sven,

Sven hat geschrieben:Übrigens suche ich noch eine längliche Decksdurchführung für die Rollgenua. Hintergrund: Wenn ich die Mastneigung ändere, schleift anschließend der Metallbolzen der Rollfockanlage, an dem oben das Vorstag befestigt ist, an der kreisrunden Decksdurchführung. Das behindert das Einrollen ungemein. Wenn Du oder wer auch immer einen schönen Tipp hat, ich bin dankbar dafür.


deine Frage ist mir rigendwie durch die Lappen gegangen. Man kann die Position des Fockrollers anpassen. Begib Dich mal direkt vor Ort unter Deck und Du wirst sehen, dass der Fockroller in unterschiedlichen Winkel befestigt werden kann.



Hallo Steffen,

Schnix hat geschrieben:Apropo Vorstag:
Beim Mastlegen bleibt mein Vorstag immer hängen irgendwo unten an der Rollfockeinrichtung oder an der kleinen Umlenkrolle. Das Vorstag bleibt mit der Verbindung zwischen "Drahtstag" und "Taustag" hängen. Das nervt ziemlich. Lösung: neues kaufen? Bei Ixylon.de habe ich kein Vorstag finden können - werden aber sicherlich eins haben. Hat jemand die gleiche Erfahrung gemacht, oder kann mir sagen, ob ein neues Vorstag das gleiche Problem mit sich bringt.
Da das Vorstag ja keine große Belastung hat, sondern nur den Mast hält, wenn kein Vorsegel gesetzt ist, könnte ich ja auch komplett auf Tauwerk setzen. Hat jemand damit Erfahrung gemacht?
Freue mich auf Euere Anregungen.


komplett auf Tauwerk zu setzen, ist auf jeden Fall auch eine Lösung. Bei den Fallen haben wir das so gemacht. In diesem Fall würde ich extrem reckarmes Material nehmen. Das ist allerdings auch deutlich schwerer zu spleißen, wenn man sich die Mühe machen will. Beim Taudurchmesser haben wir nicht gegeizt, damit sich das Material auch mit klammen Händen noch gut greifen lässt. Das Vorstag ist bei uns auch fällig, weil der Tauteil schon recht morsch wirkt. Unsere Lösung wird sein, das neue Tau direkt in den Draht einzuspleißen, also ohne Auge. Das dürfte auch Deinem Problem abhelfen, weil der Übergang von Draht zu Tau so sehr fließend ist. Eine Anleitung gibt es bei Liros zum Download. Es sieht sehr einfach aus, jedenfalls deutlich einfacher als die Augspleiße waren.

Bei uns ist das Vorstag derzeit noch dreiteilig ausgeführt:
(1) Vom Anschlagpunkt oben am Mast bis kurz über Deck als Draht,
(2) mit einem Schäkel befestigt an einem weiteren Drahtteil, das größtenteils unter Deck verläuft und bis kurz vor die Klampe reicht und dort über zwei Augen mit
(3) einem Tauteil verbunden ist, das man an der Klampe belegen kann.
Wenn mir bis zum Umbau kein Gegenargument einfällt, werde ich das etwas vereinfachen und einen langen Draht bis unter das Deck führen und daran, wie oben schon geschrieben, das Tau anspleißen. Damit fällt der Schäkel und ein Drahtseil weg. Als langes Drahtseil werde ich das ehemalige Großfall nutzen.

Gruß

Martin.

Sven
Azubi
Azubi
Beiträge: 87
Registriert: 14.08.2011, 15:54
Wohnort: Rügen

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Sven » 20.05.2015, 09:34

Hallo Steffen & Martin,
@Steffen: Danke für den Tipp und die Zeichnung. Ich hatte ja die stille Hoffnung, dass es so ein Teil schon fertig zu kaufen gibt.

Mir ist wohl bewusst, dass man die Position unter Deck verändern kann, aber genau das wollte ich mir ersparen. Unter Deck zu krabbeln ist für klaustrophobisch Veranlagte ungemütlich. Die Variante mit den beiden Tankdeckel, die einige vorne am Bug eingebaut haben, und die wohl einen bequemeren Zugang ermöglichen sollen (diesen Zweck vermute ich jedenfalls, was anderes fällt mir auch nach längerem Überlegen nicht ein), diese Variante wollte ich vermeiden, da ein zu großer Eingriff und nicht sehr elegant. Außerdem ist mein Fockroller bei geradem Mast schon an der vordersten Position, dieses Thema ist damit für mich ausgereizt.

Vorstag: Ich habe noch die Old-Style-Variante wie Martin. Durchgehendes Tau wird technisch kein Problem sein, ich denke 4-5 mm Durchmesser reichen. Das Auge würde ich allerdings nicht selber spleißen, ist bei ummanteltem Dyneema bei diesen kleinen Durchmessern ein elendes Gebastel.
@Martin Warum Du noch Draht anspleißen willst, habe ich nicht verstanden. Lege ich den Mast zeitweilig, muss die Strippe nur lang genug sein, nehme ich ihn ganz runter, rauscht sie eben durch den Decksdurchlass aus.
Viele Grüße,
Sven.

ferrugo
Azubi
Azubi
Beiträge: 77
Registriert: 11.04.2015, 01:23
Wohnort: Berlin

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon ferrugo » 20.05.2015, 09:48

Hallo Sven,

Sven hat geschrieben:@Martin Warum Du noch Draht anspleißen willst, habe ich nicht verstanden. Lege ich den Mast zeitweilig, muss die Strippe nur lang genug sein, nehme ich ihn ganz runter, rauscht sie eben durch den Decksdurchlass aus.


Den Draht habe ich da und so muss weniger Tau her.
Dann hat es noch einen ästhetischen Grund. Die Wanten sind aus Draht und werden es wohl auch bleiben. Da sieht ein gleichartiges Vorstag besser aus, finde ich.
Außerdem habe ich Lust, den Draht-Tau-Spleiß auszuprobieren und irgendwo sinnvoll einzusetzen. Augspleiße habe ich schonmal gemacht. Der zweite ging besser als der erste, war wirklich harte Arbeit. Für Geld würde ich das nicht machen wollen, aber fürs eigene Boot immer. Es sieht richtig gut und solide aus.

Gruß

Martin.

Sven
Azubi
Azubi
Beiträge: 87
Registriert: 14.08.2011, 15:54
Wohnort: Rügen

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon Sven » 20.05.2015, 10:29

Hallo Martin,
das ging ja superschnell!
Gegen Ästhetik kann man nicht argumentieren, und gegen die Lust am Spleißen auch nicht.

Zum Decksdurchlass nochmal:
Ich werde den einfach verlängern und lediglich mit Gummi umranden - aus rein ästhetischen Gründen. Und wenn ich lustig bin, kann ich den potentiellen Wassereinbruch verhindern, indem ich die Lücken mit Gummi schließe.
Eine andere Idee ist die Verwendung von Segeltuch, das man auch als alternatives Material für Schwertlippen nutzt. Und wenn man es nach diesem Prinzip montiert, also die beiden Streifen überlappend, dann ist der Decksdurchlass auch dicht. Die Reibung ist marginal. Jetzt bitte Beifall!

Viele Grüße,
Sven

ferrugo
Azubi
Azubi
Beiträge: 77
Registriert: 11.04.2015, 01:23
Wohnort: Berlin

Re: Vielleicht bald Ixylon-Neuling-aber 1000 Fragen!!!

Beitragvon ferrugo » 20.05.2015, 14:07

Das ist vermutlich der beste Weg, wenn komplizierte Fummelei unter Deck ausscheidet. Deine Idee zur Abdichtung klingt alltagstauglich. Auf Binnengewässern habe ich mit überkommendem Wasser wenig Ärger. Bei Dir da oben sieht das wohl anders aus. Besonders der Greifswalder Bodden ist ja berüchtigt für sein Hack. Aber vielleicht komme ich diesen Sommer mal mit der XY hoch und schaue mir das von Nahem an.

Gruß

Martin.


Zurück zu „Technikecke“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste